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Wie alles begann
 
Das Gelände von Schweighausen wurde zu früheren Zeiten als Weideplatz benutzt und nach und nach besiedelt. Die Namensgebung ist daher einfach nachvollziehbar: Schweighausen, zunächst in verschiedenen Schreibformen wie "Swechhusen" überliefert, bedeutet nichts anderes als "Schweige" die Weide und "Hausen" die Ansiedlung.

Der Geisberg selbst, früher nur als ungerodete Geröllhalde, letztlich soll der Geisberg zu Urzeiten mal ein Vulkan gewesen sein, was Vulkangestein beweisen will, diente den Taglöhnern Anfang des 20. Jahrhunderts als Weide für ihre Geisen. Die Geis war zu damaliger Zeit, sozusagen die "Kuh" der kleinen Leute. Eine damalige Überlieferung besagt: Die Geisen meckerten ungestraft gegen jeden, der gerade etwas zu sagen hatte.
 
Diese alte Sitte stieg im Winter 1976/77 zwei gebürtigen Geisbergern in die Köpfe. In närrischem Sinne sollte dieser Brauch wieder zur Fasents-Zit aufleben. Ein Narrenhäs, einer verwitterten Berggeis nachempfunden, nahm Form und Farbe an und wurde in eigener Schneiderwerkstatt auf dem Geisberg gefertigt. Nach dieser Idee der Brüder Adolf und Roland Fischer entstanden so die Geisberger Geisenmeckerer zur Fasent 1977. Nahezu 40 "Geisen" kamen zum Fasentumzug am 22. Februar ins Bergdorf hinunter und meckerten ein jeden an. Der damalige Initiator, der die "Schweighusemer Fasent" wieder neu entflammen ließ, Hermann Ohnemus - leider bereits im Dezember 1986 allzu früh verstorben - hatte seine helle Freude mit der neuen Narrengruppe.
 
1. öffentlicher Auftritt im Jahre 1977
 
Im Gründungsjahr waren zunächst eigentlich nur Betriebsangehörige der heutigen Fischerkleidung sowie einige Nachbarn und Familienangehörige der Mitarbeiter unter den Hästrägern zu finden. Doch schon ein Jahr danach kamen zahlreiche Interessenten hinzu und die ersten auswärtigen Umzüge in Biberach und in Reichenbach wurden mit 70! Hästrägern besucht. Auch der Musikverein hatte sich närrisch eingekleidet und besuchte zusammen mit den Geisenmeckerern diese Umzüge.
 
de’ Geise-Schninder
  Besonders beeindruckend, im Jahre 1978, der "GeiseSchninder", der auf dem fahrenden Wagen die nächsten Häser schneiderte. Das Leben dieser damaligen Gruppe war von der Eigeninitiative jedes einzelnen abhängig. Einnahmen gab es zu dieser Zeit noch keine - die anfallenden Buskosten wurden von den Mitfahrern selbst bestritten.

Im Jahre 1979 war dann klar, dass aus der "Idee" ein "Verein" werden sollte. Die Gründungsversammlung mit dem Geburtshelfer Rainer Horst aus Denzlingen, als Pate des neuen Vereins, beschloss den eingetragenen Verein. Zur Feier der offiziellen Vereinsgründung wurde am 16. Februar 80 erstmals zu einem eigenen Zunftabend in das Gasthaus Krone eingeladen.
 
Neue Mitglieder mussten sich hierbei einem sogenannten "geisischen Prüfverfahren" unterziehen, was aber religiös zu sehr mit der Kindstaufe verwandt war und somit wurde diese Zeremonie wieder fallengelassen.

Fortan wurden aber alljährlich eigene Zunftabende mit närrischem Programm veranstaltet, zunächst in der "Krone", dann im "Schützenkeller" und seit 1985 in der damaligen Turn- und Festhalle und heutigen Bergdorfhalle. Bereits nach nur fünf Jahren, seit dem Bestehen, waren die Geisenmeckerer auf über 100 aktive Hästräger angewachsen und häufig mit 60 bis 70 Aktiven bei auswärtigen Umzügen unterwegs. Seit der Gründung darf sich die Zunft zur starken Gemeinschaft innerhalb des Bergdorfes zählen. Gemeinsame Unternehmungen werden mitgetragen und für das Bergdorffest wurde eigens eine Festhütte durch Richard Ohnemus erbaut.

Die Narrenzunft Schweighausen verknüpft traditionell die Fasenteröffnung am 11.11. mit der Jahreshauptversammlung des zurückliegenden Geschäftsjahres, welches am 31. Oktober endet. Jedes Mitglied und jeder Gast in der wechselnden Gaststätte Krone oder Sonne bekommt zum Abschluß eine Narrensuppe gereicht; der Zeremonienmeister verliest die närrischen 11 Gebote, der Oberzunftmeister eröffnet die neue Kampagne und entfacht das Narrenlicht.

In Würdigung der besonderen Verdienste wurde Hermann Zehnle am 11. November 2001 die erste Ehrenmitgliedschaft in der Vereinsgeschichte zuerkannt. Er war seit der Gründung im Jahre 1977, ununterbrochen 24 Jahre, als Zunftmeister mit Leib und Seele für die “Schweighusemer Fasent” tätig und wurde zum “Ehrenzunftmeister” ernannt.

Im Jahre 2002 feierten die Geisberger Geisenmeckerer ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Narrentreffen. Während des närrischen Gastspiels im Bergdorf Schweighausen waren insgesamt 60 Zünfte in das Schuttertal zu Besuch gekommen. Allen voran gingen die Geisenballettgruppe, die Zunfträte, die Baumstellergruppe, die Narrenpolizisten und die Geisenmeckerer selbst. Nicht fehlen darf an großen Umzügen die “Zunftgeis Susi”, der Geisenwagen, der Graf vom Monte Ciego und letzlich der Musikverein, der die Geisenmeckerer bei Berg un Tal-Treffen gerne musikalisch unterstützt.

Nachdem sich der seit Gründung im Jahre 1977 amtierende Vorsitzende Adolf Fischer in der Jahreshauptversammlung am 11.11.2003 nicht mehr zur Wahl stellte, folgten seinem Beispiel einige ältere Zunftratskollegen. Ein Generationswechsel war somit bei den Geisenmeckerern angesagt. In die Fußstapfen seines Vaters trat Jan Fischer und wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig als neuer Oberzunftmeister gewählt. Das Durchschnittsalter des gesamten Zunftrates sank von 45 auf 29 Jahre oder anders ausgedrückt, der Zunftrat verjüngte sich um 218 Jahre.

Auf Anraten des Zunftratskollegiums wurde der Vereinsgründer Adolf Fischer nach seinem Ausscheiden nach 26-jähriger Amtszeit als erster Vorsitzender zum "Ehrenoberzunftmeister" ernannt. Nach 22-jähriger Tätigkeit als Zunftrat wurde Horst Pärschke ebenfalls in den Ehrenstand gehoben. Beiden wurde unter großem Beifall der Mitglieder bestätigt, "mit Leib und Seele für die Schweighusemer Fasent" tätig gewesen zu sein.

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